Osterfeuer – mehr als nur ein Brauch

März 27, 2009 on 12:02 am | In Allgemein | Keine Kommentare

Osterfeuer werden jährlich am Osterwochenende, am Ostersamstag, an vielen Orten in Deutschland aufgrund unterschiedlichster Bräuche und Sitten entfacht. In manchen Gegenden wie vor allem in Westfalen/Lippe finden die Osterfeuer auch erst am Abend des Ostersonntags statt, im Sauerland hingegen ist oft sogar der Abend des Ostermontags üblich.

Bereits 1559 wurden die ersten Osterfeuer angezündet, die auf vorchristliche Traditionen zurückgehen. Oftmals wurden diese Feuer an so genannten Brandopferplätzen überliefert. Der Brauch dient nach den Überlieferung dazu, den kalten, langen Winter endlich zu vertreiben. Die Menschen glaubten daran, dass der Schein des Feuers eine reinigende Wirkung hätte und die keimende Saat vor bösen Geistern schütze und so galten sie auch als Kult zur Sicherung der Fruchtbarkeit, des Wachstums und der Ernte, wobei die Asche des Feuers auf die Felder als Dünger verteilt wurde.

Bei den Osterfeuern in unser jetztigen Zeit handelt es sich um möglichst hoch aufgetürmte Holzstöße aus Baum- und Strauchschnitt. In einigen Gegenden befindet sich am obersten Punkt des Stapels eine Stroh-Hexenpuppe. Die Osterfeuer werden auf freien Feldern der Bauern so errichtet, dass sie auch aus der Ferne gut sichtbar sind.

Der Brauch ist vor allem in ländlichen Gegenden üblich, wo die Dörfer einen Wettstreit um das größte Feuer abhalten und die Holzstapel in den Nächten vor Ostern bewachen. Am Karsamstag trifft man sich oftmals gesellig zu einem Glas Bier bzw. einem Becher Glühwein und etwas vom Grill. Osterfeuer locken eine Vielzahl von Schaulustigen an, die neben dem Knistern, der Wärme und dem gemütlichen Ambiente des Feuers auch das gesellige Zusammensein genießen.

Da der Baumschnitt etc. über viele Wochen gesammelt wird, verkriechen sich hier häufig Tiere darin, die vor dem Anzünden verjagt werden müssen. Naturschützer warnen aus diesem Grund vor Osterfeuern. Eine gute Lösung ist es, den Holzstapel vor dem Entzünden komplett umzuschichten. In vielen Orten und Gemeinden müssen Osterfeuer heute vorher angemeldet und genehmigt werden. Teilweise wird auch Baumschnitt verbrannt, der wegen Insektenbefalls nicht kompostiert werden kann. Hier ist Verbrennen sogar die umweltfreundlichere Entsorgung dieses belastenden Materials.

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